Regionale Filmkultur
Im Vorfeld der Gründung des Vereins Filmhaus 1982 spielte die mangelnde Präsenz regionaler Filmbilder im Kulturleben eine zentrale Rolle. Die Filmemacher stellten eine große Diskrepanz zwischen Produktion und Abspiel fest. So war es naheliegend, dass die ersten Aktivitäten des Vereins auf die Schaffung von Abspielmöglichkeiten zielte. Die ersten Schauplätze für die regionale Filmkultur war das Filmkunstkino "Kamera" (Feilenstraße) und der Bunker Ulmenwall. Erst nach Etablierung des Filmhauses im sog. Opitz-Gebäude an der August-Bebel-Straße in Bielefeld war die Schaffung einer festen Abspielstätte überhaupt denkbar. Seit Eröffnung des
"Lichtwerks" verfügt das Filmhaus über die Möglichkeit, regionale Filmkultur unter diversen Labels zu präsentieren. Nach dem Umzug des Lichtwerks in den Ravensberger Park nutzen viele Initiativen auch weiterhin das Kino des Filmhauses an der August-Bebel-Straße für eigene Filmveranstaltungen (
Welthaus,
CSD,
Balkan Art Kulturfestival,
Frauenfilmtage etc.)
Feste und verlässliche überregionale Partner und Förderer bei dieser Initiative waren von Anfang an das nordrhein-westfälische Kultusministerium, das Filmbüro NW, die Stadt Bielefeld, die Bezirksregierung Detmold und die Filmstiftung NRW.
Eine Auswahl aus den Projekten mit regionalem Aspekt:
- Film- und Kulturfest, Projektionen aus dem Hinterland (1982)
- Aus der Region - für die Region (1984) Filme und Videos in Lichtenau, Extertal, Herford und Bielefeld
- "Zwischen Kinokultur und Kabelsalat" (1984) Filmhaus-Katalog mit rund 150 Produktionen aus der Region
- Filmfest Totale (1986)
- Drehbuchwettbewerb Bielefelder Filmpreis (1986)
- Bielefelder Videos (1986) im Lichtwerk
- Super-8-Filmtage "Alte Kinder" (1987)
- Reihe Zeigen Sie Ihr Video! (1987)
- Reihe V.i.L., Video im Lichtwerk (spartenübergreifend Medienkunst)
- ab 1990 jährlich Film- und Videowettbewerb
- jährliche Videoaktionswoche
- in unregelmäßiger Folge Produktionen der Film- und Videowerkstatt im Zentrum für Lehrerfortbildung (ZFL)
- Mach 25 (1999 und 2001)
- Trickfilmfest: Im Reich der schnellen Bilder
Aufführungen von längeren Einzelwerken z. B.:
- "Typisch 30",
- "Herr Rohmann und seine Kunden",
- "Muttermale",
- "Fleures d'automne",
- "Spür, wie der Wind sich dreht",
- "11 Stunden im April",
- "Status E"
In den Jahren 2002, 2005 und 2007 veranstaltete das Filmhaus unter dem Motto
„Bielefeld leuchtet!“ ein Wanderkino durch die Bielefelder Innenstadt. Mit einer mobilen Projektionsanlage, die mit einem Generator betrieben wurde, und einer flexiblen Leinwand zog das Filmhaus-Team mitsamt Publikum von Ort zu Ort und präsentierte aktuelle Kurzfilme. Hauptsächlich wurden hier regionale Filme und ihre Macher vorgestellt. Die Schauplätze der nächtlichen Vorführungen standen meist in Zusammenhang mit den gezeigten Filmen oder boten ein Szenario, das die Bielefelder Stadt in aussergewöhnlicher Perspektive erscheinen ließ. Die Veranstaltung wurde moderiert und beinhaltete unter anderem auch ein Picknick unter freiem Himmel.
Kurzfilme aus der Region tauchen immer wieder im Vorprogramm der abendlichen Kinofilme im "Lichtwerk" auf. Regelmäßig sind hier zum Beispiel Beiträge aus den Film- und Videowettbewerben des Filmhauses zu sehen.






