Das Lichtwerk ein Jahr nach Start präsentierte sich mit einem bereits ziemlich satten Programm. Zwar hielt man sich die Wochenenden zumeist frei, da die Ehrenamtlichen gerne feierten, aber dafür gab es Spätvorstellungen (22.30 Uhr).

Das Einjährige wurde am 13. Dezember mit einer Filmparty gefeiert. Der Programm-Flyer wurde finanziert durch Anzeigen von „Casablanca“ (ein ewig treuer Kunde), „Extra-Tours“, „Stoffrausch“ und „tips“. Neben Jürgen Hillmer, Udo Penner und Raimond Göbel ergänzten Kerstin Pia Barz und Susanna Düllmann das Programm-Team.

Lichtwerk Flyer Design 1986

Aus Mitteln des „Feuerwehrtopfes“, einem Förderinstrument des Kulturamtes für kleine Projekte, schreibt das Filmhaus den Drehbuchwettbewerb „1. Bielefelder Filmpreis“ aus.

Von einer fünfköpfigen Jury (Jürgen Heckmanns, Ingolf Lück, Cornelia Schlingmann, Gabriele Sakals, Alexandra Jacobson) wird unter 17 eingereichten Manuskripten entschieden. Gewinner ist ein Gemeinschaftsprojekt von fünf FilmemacherInnen der Super-8-Gruppe „Alte Kinder“ mit dem Titel „Plan. Spiel“. Das Buch setzt sich mit der Stadt Bielefeld in ungewöhnlicher Weise auseinander. Aufgrund der vielen guten Entwürfe entschließt sich das Filmhaus unbürokratisch zur Stiftung eines 2. Preises in Form einer kostenlosen Nutzung der Filmgeräte im Wert von DM 2.000,–. Der Preis geht an Andreas Liebold und Jürgen Rittershaus für ihr Buch zu „Gehirnjogging“.

Der Entwurf „Plan.Spiel“ wird im Folgejahr in Zusammenarbeit mit dem Filmhaus verfilmt. Es entsteht ein 70minütiger Super-8-Film.

Unter dem Titel „Totale ’86“ öffnet das Filmhaus seine Pforten dem film- und videointeressierten Publikum.

Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dokumentiert Barbara Witych das bisherige und aktuelle Film- und Videoschaffen in der Region. Gleichzeitig eröffnet die Mitarbeit von Barbara Witych die Etablierung geregelter Öffnungszeiten im Filmhaus. In dieser Zeit wird auch der Ausleihvorgang der Filmgeräte reglementiert; der Geräteverleih ist nun für Nutzer und Interessierte optimaler planbar.

Barbara Witych organisiert das Filmhaus seit 1986 nach ihrem zweiten Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium. Hört sich seltsam an und ist es auch irgendwie.

Denn statt einer Stelle für Deutsch und Geschichte erwartete Barbara die Arbeitslosigkeit. Doch die für neue Medien äußerst aufgeschlossene Pädagogin bewarb sich auf die vom Filmhaus ausgeschriebene Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und stieg somit ins Filmgeschäft ein. Kurz nach dem Einzug des Filmhauses im Jahr 1985 verfügte der Verein somit über eine kreative und aufgeschlossene Kraft, die den Alltag des jungen Vereins strukturierte, die Kontakte zu den Mitgliedern pflegte und die Öffentlichkeitsarbeit nach vorne brachte. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern Raimond Goebel (Produktion) und Jürgen Hillmer (Abspiel „Lichtwerk“) bildete Barbara Witych das Dreigestirn, das den Alltag des Vereins Filmhaus managte.

Im Jahr 1986 werden Christel Heermann und Raimond Göbel von den Mitgliedern zum neuen geschäftsführenden Vereins-Vorstand gewählt. Cornelia Neumann und Ulrich Goertz sind aus dem Vorstand ausgeschieden.