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Jürgen Hillmer gehört zu der kleinen Gruppe der Lichtwerk-Gründer und engagiert sich ab 1985 im Filmhaus.

Gemeinsam mit Gunda Urban, Udo Penner, Richard Lutterbeck und Raimond Göbel setzt Hillmer viel Energie ein, um den Traum vom eigenen Kino mit einem unabhängigen Programm Wirklichkeit werden zu lassen. Sein Lehramtsstudium tritt mit der Eröffnung des Lichtwerks im Dezember 1985 immer weiter in den Hintergrund. Bis 1988 arbeitet er ehrenamtlich und gestaltet mit einer Gruppe von Filmenthusiasten das Programm. Dann erst erlauben es die finanziellen Möglichkeiten des Filmhauses, die Tätigkeit auf geringer Basis in ein Angestelltenverhältnis umzuwandeln. Im Laufe der frühen Jahre entwickelt sich das Lichtwerk zu einem wichtigen Faktor in der Bielefelder Kinolandschaft und die Strahlkraft des Programms reicht bis weit in die Region. Neben der Präsentation von Kinogeschichte und Repertoirefilmen spielten immer deutlicher interessante Erstaufführungen aktueller Filme eine Rolle im Lichtwerk-Programm. Mit einem Saal von anfangs 63 und später 73 Plätzen gehen die Programm-Macher an die Grenzen der Belastbarkeit und entwickeln eine Vorstellungsstruktur die von Matinéen über Kinderfilme bis zu Spätvorstellungen reicht. Die Projektoren rattern fast rund um die Uhr und das gehaltvolle Programm wird in der Folge von der Filmstiftung NRW und später auch vom Bund (finanziell) ausgezeichnet und gewürdigt. Die Filmstiftung NRW wird wiederholt zum Partner für spezielle Filmprogramm und fördert wiederholt das Profil „Kino mit Gästen“. Das Lichtwerk wird verlässlicher Partner für viele Kooperationen mit städtischen Einrichtungen. In der flachen Filmhaus-Hierarchie wird Jürgen Hillmer immer mehr zum eigentlichen Geschäftsführer des Bereichs Abspiel im Filmhaus. Die Programm-Gruppe schafft es, das Lichtwerk in der Öffentlichkeit als Flaggschiff der Filmhausarbeit zu etablieren.

Erst mit dem Umzug des Lichtwerks von der August-Bebel-Straße in den Ravensberger Park und der damit verbundenen Ausgründung des Kinos als eigenständige GmbH wird Jürgen Hillmer tatsächlich auch juristische zum Geschäftsführer der Lichtwerk Filmtheater GmbH. Ab Januar 2006 leitet er die Geschäfte für ein Kino mit drei Sälen und einem großen Foyer. Jetzt können Träume realisiert werden, die in der beschränkenden Enge des Filmhaus-Kinos herangereift waren. Reihen wie „Lichtwerk literarisch“, „Lichtwerk kulinarisch“, „Lichtwerk psychologisch“, „Architektur und Film“, die „Sneak Preview“ und die Repertoire-Reihe „Long Time No See“ wurden neu etabliert und alte Konzepte wie „Kino mit Gästen“, „Kirche und Kino“ und „Stummfilm und Musik“ fortgesetzt.

Im Jahr 1985 werden Cornelia Neumann und Ulrich Goertz von den Mitgliedern zum neuen geschäftsführenden Vereins-Vorstand gewählt. Prof. Kurt Johnen und Eberhard Fuchs sind aus dem Vorstand ausgeschieden.

Das 2. Bielefelder Filmfest findet vom 8. bis 11. November 1984 an verschiedenen Orten statt. Mit dabei ist die Ravensberger Spinnerei, Café Oktober und der Bunker Ulmenwall.

Im Bunker veranstaltet das Filmhaus eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zwischen Kabelsalat und Kinokultur“ mit G. Vaupel (teuto-tele), H.D. Kübler (Medienwissenschaftler), H. Horst (Medienoperative Berlin), K. Wetzel (Filmkritiker), I. Heise (Filmkunst-Kino Kamera), J. Büssow (SPD-MdL, Experte für Neue Medien). Im Rahmen des Filmfestes laufen Filme von Sabine Schroeder, Manfred Jurasek, Ricardo Peredo, Klaus-Dieter Michel, Steffi Rot, Petra Wonsowitz, Hans-Georg Gross, Jürgen Heckmanns, Andreas Cieslik, Richard Lutterbeck, Kurt Johnen, Gunda Urban, Walter Blohm, Ulrich Goertz, Manfred Berner, Sabine Kidrowski u.v.a.

2. Bielefelder Filmfestprogramm-Flyer 1984

2. Bielefelder Filmfestprogramm-Flyer 1984


2. Bielefelder Filmfestprogramm-Flyer 1984

2. Bielefelder Filmfestprogramm-Flyer 1984

Unter dem Motto „Aus der Region – für die Region“ werden in Lichtenau, Extertal, Herford und Bielefeld Film- und Videoreihen durchgeführt. Unter dem selben Titel erscheint ein Filmkultur-Katalog mit 120 vornehmlich neueren Film- und Videoproduktionen aus Ostwestfalen-Lippe.

Die Filmhaus-Mitglieder wählen 1984 Eberhard Fuchs für den ausgeschiedenen Michael Wiegert in den Vereins-Vorstand. Erster Vorsitzender des Vorstands bleibt Prof. Kurt Johnen.

Filme im Bunker Ulmenwall

Im Jahr 1983 stellte das Filmhaus ein Filmprogramm für den Bunker Ulmenwall zusammen. Von April bis Juni zeigte das Filmhaus dort 4 Filmprogramme mit Filmen von Jutta und Jürgen Heckmanns, Yoyo Eckert, Burkhard Heinz, Thomas Strauch, Michael Wiegert u.v.a.m.

Aus Mitteln der kulturellen Filmförderung des Landes NRW und mit Unterstützung der Stadt Bielefeld kann begonnen werden, die Filmwerkstatt mit Geräten für die Film- und Videoproduktion auszustatten. Die Sparkasse Bielefeld unterstützt den Verein finanziell für die Anschaffung einer Videoschnitt-Anlage. Mit eigenen Produktionen nimmt das Filmhaus am Tag der offenen Tür in der Ravensberger Spinnerei statt und beteiligt sich an den „3. Erlanger Videotagen“.

Im Februar 1983 wird Michael Wiegert als neues Mitglied im Vereinsvorstand notariell bestätigt und ersetzt den ausgeschiedenen Friedrich Hoffmeister. Der Verein hat noch kein eigenes Domizil und trifft sich in Bielefelder Gaststätten.

 

Im Gründungsjahr des Vereins „Filmhaus Bielefeld e.V.“ findet auf Anregung des Filmhauses vom 19. bis 21. Oktober 1982 das erste Bielefelder Film- und Kulturfest statt. Neben einem Programm aus Kabarett, Live-Musik, Lesungen und Diskussionen werden unter dem Motto „Projektionen aus dem Hinterland“ im Kino „Kamera“ über 1.000 Minuten Film gezeigt. Die unerwartet starke Resonanz spricht für das Bedürfnis nach einem kulturellen, nichtkommerziellen Angebot im Film- und Videobereich in unserer Region.

Zur Aufführung kommen u.a. diese Filme:

„Die Leiden des Johnny Buttermilch“ von Jürgen Bolz und Peter Diekmann, „Regulski“ von Gabriel Schürmann u.a. OS-Kolleg, „Jill und Jack“ von Georg Schütte, „Der Ludwig“ von Jürgen Heckmanns, „Die zweite Aufmerksamkeit“ von Francois und Ela Desvillers, „Die Innenwelt der Denkfabrik“ von Walter Blohm, „Szenen einer Wohngemeinschaft“ von Yoyo Eckert und Regina Liebschwager, „Umgang verdirbt den Charakter“ von REnate Haselhorst, „Überall ist Liebe“ von Frank Bell, „Dazwischen“ von Gunda Urban, „GX…BULTMA…FRA…“ von Eberhard Fuchs, „Mutmaßungen“ von Kurt Johnen et.al., „Zigarrenarbeit“ von Jutta und Jürgen Heckmanns, „Fuck the Army“ von Ulrich Haufe und Günter Seidenberg, „Bi-Pank“ von Manfred Jurasek, „Tauchen Bahamas“ von Willibald Bernert, „Vlotho ’77“ von Michael Wiegert et al., „Ein Tag im Leben des Werbefotografen B.“ von Friedrich Hoffmeister, „Trotz alledem – Eine Frau im Widerstand“ von Becker, Fuchs, Kringel, Mariss, Sondermeier, „Rosa Winkel? Das ist doch schon lange vorbei…“ von Detlef Stoffel u.v.m.

Erstes Kultur- und Filmfest in OWL

Erstes Kultur- und Filmfest in OWL

Das Rahmenprogramm fand in der „Kamera“ und im Eiscafé „Salvador“ statt und beinhaltete Auftritte von den „Glitterpinguins“, Ela Devillers, „Movimento“, „Clowns & Puppen“, „Zick-Zack Theaterbande (Ingolf und Andreas)“ und dem Duo „Tarang“. Dazu gab es noch eine Lesung von Jürgen Buchmann.

 

Aus dem Bedürfnis, die Kommunikation unter Film- und VideomacherInnen aus der Region zu fördern und ihre Produktionen einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entsteht der Gedanke des Zusammenschlusses; erste Initiativtreffen von bis zu 40 Film- und VideomacherInnen aus der Region finden zur Sondierung des weiteren Vorgehens statt.

Am 1. Juli 1982 kommt es zur Vereinsgründung in der Gaststätte „Kochsiek“ in der Arndtstraße. Der Verein nennt als Ziel die „Förderung der Filmkultur in der Region Ostwestfalen-Lippe“ und der gewählte Vorstand meldet das Filmhaus beim Vereinsregister an. In den Vorstand wurden gewählt: Huberta von Eberstein, Friedrich Hoffmeister, Eberhard Fuchs, Wolfgang Daum und Prof. Kurt Johnen. Zum ersten Vorsitzenden wird Prof. Kurt Johnen bestimmt. Die Vereinstreffen finden danach in verschiedenen Gaststätten und in Privaträumen statt.