November 2009: Die Sieger des 20. Bielefelder Film- und Videowettbewerbs

Jurorin Dorothea Mersmann mit Paul Leger und Julia Kahl (2. Platz)
Michel Esselbrügge und Team (3. Platz und Publikumspreis) Ganz rechts Daniel Littau und Andreas Olenberg (Förderpreis und Preis des Ev. Johanneswerks)
Florian Gerding und Hagen Klaile (1. Platz) im Gespräch mit Juror Ralf Becker (WDR)


Feierliche Stimmung war angesagt bei der Aufführung des Film- und Videowettbewerbs im Theaterlabor. Handelte es sich doch um die 20.Auflage dieser Erfolgsveranstaltung des Bielefelder Filmhauses. Neben glücklichen Siegern, sektbeschwingtem Publikum und erschöpften Veranstaltern gab es zum Jubiläum eine Riesentorte mit dem Motto des diesjährigen Festivals: „Gratuliere!“

Auf dem Abendprogramm im voll besetzten Theaterlabor standen am 27.11.2009 insgesamt 35 kurze filmische Auseinandersetzungen mit dem Wettbewerbsthema „Feiern“.
Aus fast 60 Einsendungen hatte die Jury nach einer Vorauswahl durch das Filmhaus die besten Beiträge zusammengestellt. Ab 18 Uhr ging zuerst die OWL Auswahl mit 14 Filmen an den Start. Auch in diesem Jahr war ein hoher Anteil an Einsendungen aus der Region Ostwestfalen-Lippe zu verzeichnen. Ein Umstand, der die Veranstalter besonders freut, zeigt er doch, dass das Filmhaus Bielefeld die Filmemacher der Region mit seinen Wettbewerbsthemen erreicht und die kreativen Kräfte zur Produktion anzuregen vermag. Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass auch viele Schüler sich an diesem Thema versuchten. Leider stellte der enorme Andrang die Veranstalter vor das Problem, nicht mehr alle Filme aus der Region zur Aufführung bringen zu können.
Gegen 23.30 Uhr verkündete die Jury die Sieger.
In der Jury des Wettbewerbs saßen in diesem Jahr die Kölner Trickfilmproduzentin Dorothea Mersmann, der Bielefelder Autor und Musiker Sacha Brohm und der WDR Studioleiter Ralf Becker. Insgesamt verteilten sie 1.500 Euro Preisgeld und zeichneten die folgenden Kurzfilme aus:
 “Die Auferstehung des Silvanus”, von Michel Esselbrügge, Bielefeld erreichte den dritten Platz (250 €). Das junge Team um Michel Esselbrügge feierte vor der Kamera den römischen Waldgott und erlebte eine für manche Teilnehmer tragische Verwandlung in Knetfiguren.
Der zweite Preis (500,- €) wurde an den Film „Hi Tiger!“ von Paul Leger, Bielefeld verliehen. Das Publikum erlebte ein technisch versiertes Musikvideo in exquisitem Retrolook.
Den Sieg in Form von 750 Euro und der Trophäe „Der kleine Plumpe“ entführten die Filmemacher Hagen Klaile und Florian Gerding nach Bremen. Ihr Film mit dem lakonischen Titel „Muss besser werden“ zeigt einen von einer Feier komplett erschöpften Mann, der den Hals nicht voll kriegen kann.
Der Sonderpreis des evangelischen Johanneswerks, einen all-inclusive Besuch im Berliner Filmmuseum, ging nach Espelkamp an den Filmemacher Daniel Littau. Sein Film „Was bedeutet Weihnachten für Dich?“ beschäftigte sich mit der Läuterungen eines Mannes, für den das Fest der Liebe nichts bedeutet.
Der Förderpreis des Filmhauses wurde vom Bielefelder Kameramann Henning Poltrock verliehen und ging ebenfalls an Daniel Littau, diesmal allerdings für seinen Film „Second Chance“, der die Filmhaus-Jury vor allem durch die genaue Kameraarbeit und die gute Bildgestaltung überzeugte. Der Preisträger hat nun die Möglichkeit, für 5 Drehtage auf das komplette Equipment des Filmhauses zurückgreifen zu können.
Wieder einmal als heimlicher Höhepunkt des Abends gestaltete sich die Verkündung des Publikumspreises. Die Entscheidung der Jury wurde insofern bestätigt, dass sich „Die Auferstehung des Silvanus“ auch als Publikumsfavorit durchsetzen konnte. Michel Esselbrügge und das gesamte Filmteam nahmen das mit Geldspenden prall gefüllte Bambi mit großem Jubel entgegen.
Insgesamt zieht das Filmhaus im Rückblick auf die 20 Wettbewerbe eine sehr positive Bilanz. Ronald Herzog vom Filmhaus-Vorstand erklärte, dass die Förderung der Filmkultur in der Region mit Projekten wie dem Bielefelder Videowettbewerb auf dem richtigen Weg sei. „Hier bei unserem Wettbewerb treffen sich die Filmemacher der Region, lernen sich kennen, diskutieren und immer wieder kommt es auch zu Kooperationen und kreativen Zusammenschlüssen. Die Vernetzung der Szene und die Förderung des filmischen Nachwuchses wird durch solche Veranstaltungen bestens bewirkt.“ 

 

Zuschauersaal mit Blick auf die Leinwand
Die Siegertrophäen "Der kleine Plumpe" und das Publikumsbambi
Juror Sacha Brohm mit dem Filmteam "Die Auferstehung des Silvanus"
Die Jury des Johanneswerks, Herr Dessecker und Frau Wemhöner, mit Daniel Littau und Andreas Olenberg
Gratuliere! Impressionen von der Preisverleihung. Fotos: Matthias Goßmann
Hi, Tiger! von Paul Leger und Julia Kahl (2. Platz)
 
 
 

"Gratuliere!" 20. Bielefelder Film- und Videowettbewerb 2009 zum Thema "Feiern"

Die Siegertrophäen
Feiern

Das Thema des Wettbewerbs 2009 steht fest. Was hätte näher liegen können als das Angenehme mit dem noch Angenehmeren zu verbinden? Das Motto für unser 20jähriges Wettbewerbsjubiläum lautet „Gratuliere!“. Wir erwarten in diesem Jahr also Filme, die sich mit dem Thema „Feiern“ auseinandersetzen.

Zum Thema "Feiern": Das Leben und der Tod – gefeiert wird beides. Bei einer Geburt knallen die Korken: der neue Erdenbürger wird mit Geschenken und guten Wünschen empfangen. Die Begräbnisfeier ist eine Würdigung der Verstorbenen; hier fließen bei der Rückschau auf das Leben Tränen der Trauer. Die Hochzeit macht zwei fremde Familien durch die Heirat des Ehepaars zu Verwandten. Nach alter Sitte geschehen bei einer Feier Dinge, die wir mitunter nicht mehr verstehen: Porzellan wird zerdeppert, Ringe werden getauscht, die Dorfgemeinschaft errichtet den Maibaum, der Schützenkönig muss den Vogel abschießen, Osterfeuer brennen und die Feuerwehr löscht einmal im Jahr den Durst. Es wird viel gelacht und getanzt; vergessen ist der graue Alltag: wir tragen unsere Sonntagskleidung. Beim Fest der Liebe tauscht die Familie unter dem geschmückten Tannenbaum Geschenke aus. Oft kommt es dabei aber auch zum Eklat und das Fest wird zur emotionsgeladenen Abrechnung. Das neue Jahr wird mit den besten Vorsätzen und einem Freudenfeuerwerk begrüßt. Eine neue Zeit bricht an und weckt große Erwartungen. Auf einer Feier ist niemand gern allein. Daher sind zur rauschenden Party alle Freunde eingeladen. Für die gute Stimmung stehen Alkohol, Tabak und andere Mittel parat. Bei religiösen Feiern werden bisweilen mit Tänzen, Beschwörungen und Drogen rituell die Grenzen des Alltags überschritten. Den Staatsfeiertag begehen die Bürger in aller Steifheit; eine Blume im Knopfloch genügt Nach dem Betriebsfest gehen sich einige Kollegen aus dem Weg. Schickt uns Eure feierlichen Filme und macht unser 20. Festivaljubiläum zu einer spannenden und interessanten Angelegenheit!

 

Trailer zum Wettbewerb 2009 Thema "Feiern"

Veranstalter:

Filmhaus Bielefeld

Kontakt:
Filmhaus Bielefeld
August-Bebel-Str. 94, 33602 Bielefeld
Tel. 0521-177757, Fax: 0521-137574
E-Mail: herzogatfilmhaus-bielefeld.de

 

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Förderer:

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