„Das bleibt unter uns!“ 22. Bielefelder Film- und Videowettbewerb 2011 zum Thema „Vertrauen“

Plakat zum Wettbewerb "Vertrauen"

„Vertraue mir!“ hypnotisiert die Schlange Kaa den Jungen Mogli im Dschungelbuch. Hinter dieser gesäuselten Einladung lauert allerdings das Verderben, denn Mogli wird getäuscht und belogen. Naivität und Hilflosigkeit machen ihn zum leichtgläubigen Opfer. Wir brauchen Freunde, Verwandte, Verbündete, auf die wir bauen können. Oder eine Religion mit einem starken Gott.
Allerdings birgt Vertrauen auch immer das Risiko, enttäuscht zu werden.
Das Vertrauen wird nachhaltig zerstört, wenn Eltern ihre Kinder im Stich lassen. Wenn die beste Freundin das Geheimnis verrät. Wenn der Sparer sein Guthaben verliert. Wenn der Ehegatte ein Verhältnis beichtet. Schutzlos und blamiert schwört der Verratene, niemals wieder irgendjemandem zu vertrauen. Und aus Vertrauen wird Misstrauen.

Die Filme dürfen maximal 5 Minuten lang sein.
Einsendeschluss ist Freitag, der 11. November 2011.
Die Aufführung des Wettbewerbs findet am 2.12.2011 im Theaterlabor Bielefeld statt.

"Das bleibt unter uns!"
Der Flyer zum Wettbwerb 2011

Dezember 2011 - 22. Bielefelder Film- und Videowettbewerb 2011, die Entscheidungen sind gefallenn

Hauptsieger Michael Chlebusch und Hauptdarstellerin Sarah Hofman
Ralf Glasmeyer nimmt Stellung
Die Festivalatmosphäre im Theaterlabor
Die Jury vor der Preisverkündung
Mark Spindler bei der Siegerehrung
Die Sieger des Publikumspreises
Feierstimmung nach dem Wettbewerb

Auf dem Abendprogramm im voll besetzten Theaterlabor standen am 2.12.2011 insgesamt 32 kurze filmische Auseinandersetzungen mit dem Wettbewerbsthema "Vertrauen".

Aus 45 Einsendungen hatte die Jury nach einer Vorauswahl durch das Filmhaus die besten Beiträge zusammengestellt. Auch in diesem Jahr war ein hoher Anteil an Einsendungen aus der Region Ostwestfalen-Lippe zu verzeichnen. Ein Umstand, der die Veranstalter besonders freut, zeigt er doch, dass das Filmhaus Bielefeld die Filmemacher der Region mit seinen Wettbewerbsthemen erreicht und die kreativen Kräfte zur Produktion anzuregen vermag. Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass auch einige Schüler sich an diesem Thema versuchten. Leider stellte der Andrang die Veranstalter vor das Problem, nicht mehr alle Filme aus der Region zur Aufführung bringen zu können.

Gegen 23.30 Uhr verkündete die Jury die Sieger.

In der Jury des Wettbewerbs saßen in diesem Jahr Brigitte Brand, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Bielefeld, Dr. Hajo Billmann, Mediendozent und Filmautor und der WDR Studioleiter Ralf Becker. Insgesamt verteilten sie 1.500 Euro Preisgeld und zeichneten die folgenden Kurzfilme aus:

 "Felix" von Anselm Belser, Berlin, erreichte den dritten Platz (250 €). Belsers Film war mit 43 Sekunden der kürzeste im Bewerberfeld. Im Film vertraut ein ungezogener Junge auf "Welpenschutz" und wird eines Besseren belehrt.

Der zweite Preis (500,- €) wurde an den Film "Zurück um 2" von Mark Spindler, Lemgo verliehen. Ein charmanter und detailreicher Animationsfilm, der die Abenteuer einer Crew von Bürogegenständen erzählt.

Den Sieg in Form von 750 Euro und der Trophäe "Der kleine Plumpe" entführte Michael Chlebusch nach Chemnitz.  "Tango Privado" ist eine Screwball-Comedy in stärkster Verkürzung. Zwei Unbekannte begegnen sich in der Nacht und gleich ihre jeweiligen Lebensentwürfe ab. Die Chance auf etwas Neues können sie nicht zulassen.

Der Publikumspreis ging an Gina Wenzel und Marie Euler aus Dortmund. "Ich sehe was, was Du nicht siehst" überzeugte durch gute Darsteller und einen überraschenden Schluß.

Der Sonderpreis des evangelischen Johanneswerks, einen all-inclusive Besuch im Berliner Filmmuseum, ging nach Salzkotten an den Filmemacher Thomas Stork. Sein Ein Personen-Film "Familiendinner" beschäftigt sich mit der schier unmöglichen Bewältigung einer unerwarteten familiären Katastrophe.

Der Förderpreis des Filmhauses wurde vom Filmhaus-Vorstand Jochen Kopp an den jungen Filmer Tobias Lohf aus Lügde verliehen. Lohf, der im Vorjahr bereits den Publikumspreis für sich verbuchen konnte, inszeniert in "Hoping for a little smile" Kinder in einer Endzeit-Situation. Das Filmhaus überzeugte die Schauspielführung und die Reduzierung des Settings auf das Wesentliche. Der Preisträger hat nun die Möglichkeit, für 5 Drehtage auf das komplette Equipment des Filmhauses zurückgreifen zu können. [Fotos...]